Tallence auf dem techcamp 2023

It's all about communication & respect

Highlights, Tech // Lilli Ahner-Wetzel // Jun 1, 2023

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Hamburg, blauer Himmel, kein Wölkchen über der Stadt. Zahlreiche Techies auf dem Weg zur Reeperbahn. Denn das techcamp ist in Town.

„Tech Talks That Matter“ - ganz ohne lähmendes Werbe-Blabla, dafür mit hervorragenden Beiträgen zu Trends der Branche und einer Menge Learnings für Vortragende und Zuhörende. Über 300 Teilnehmer*innen lauschten in den letzten zwei Tagen den zahlreichen Vorträgen in den fünf Veranstaltungslocations an der Hamburger Reeperbahn. Und die Tallence mittendrin.

Unser Fazit: coole BĂĽhnen, engagierter Veranstalter, tolles Event.

Auch wir als Tallence fokussieren uns in unserem Daily Business auf „Tech That Matters“. Eine Wellenlänge also für die Tallence und das techcamp. Gerade deshalb haben wir uns sehr über die Einladung unserer fünf Speaker*innen gefreut, um in diesem Jahr mit starken Themen und tollen Persönlichkeiten auf den Bühnen vertreten zu sein.

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Tech Camp, die erste Vorstellung

Prominent direkt vorm Networking Abend des ersten Camptages rockte Arne Hollmann die Bühne, seines Zeichens Consultant für Omnichannel Experience & Bullshit-Killing. In seiner einstündigen Session inspirierte er die Zuhörer*innen mit interaktiven und bewusst kontrovers angelegten Diskussionsimpulsen zu einem durch und durch übergeordneten Thema: „Don’t kill the messenger but… zwingt eure UXies, PMs, Kund*innen freundlich in die Realität.“ Und so startete sein Vortrag mit dem Aufruf: „Welcome to the Boden der Tatsachen - wer Code schreibt, sollte auch Spielregeln schreiben“ und wirft im Verlauf einen kritischen Blick auf Grundsätze gelingender oder eben auch nicht gelingender Kommunikation an der Schnittstelle und dem Übergang von Vision zu Realisierung.

Arne sieht in der Anwendung, auch bei der Agilen Methodik, klares Verbesserungspotential, da es einfach immer und fortlaufend auf gute Kommunikation mit dem Ziel des gemeinsamen Verständnis ankommt. Mitdenken und Mitarbeit aller Projektbeteiligten ist dabei ein wichtiges Stichwort. Arne spricht in diesem Zusammenhang auch über die Ohnmacht und Sprachlosigkeit, die im Gespräch entstehen kann, wenn Expert*innen auf Marketer treffen. Denn oft halten Fachleute die Ahnungslosigkeit ihres Gegenübers für zu groß, als dass diese den zu erläuternden Sachverhalt in seiner vermeidlichen Komplexität verstehen könnten. Es geht also um respektvollen Umgang beim gemeinsamen Arbeiten und klare, verständliche Ausdrucksweise. Arne berührt hier ganz bewusst Themen wie Selbstreflexion bezüglich des Einsatzes von Sprache und die darin enthaltene teilweise unsinnig überbordende Verwendung von Buzzwords.

Seine Spielregeln benennt er wie folgt: Macht den Mund auf, aber lasst auch jeden zu Wort kommen. Keiner soll so tun, als würde es ihn oder sie nichts angehen. Akzeptiert die Expertise anderer und respektiert ebenso auch das Vorhandensein von Unkenntnis. Geht transparent damit um, wenn ihr etwas nicht verstanden habt und hinterfragt euch selbst, ob ihr so sprecht und präsentiert, dass auch andere euch verstehen können.

Arnes Anliegen: sprecht miteinander, wert- und sinnstiftend! Eine bessere Einleitung in den anschließenden Get-together der techcamp-Gäste hätte es nicht geben können. Prima Auftakt zum Sprechen, Visionieren und Netzwerken.

Frederike auf der BĂĽhne des Tech Camps bei Ihrem Vortrag zu Woman in Business

Den guten Flow und spannenden Austausch setzen wir am zweiten Camp-Tag fort. Frederike Haupt, Tallence Product Managerin und Digital Consultant, kitzelt die techcamp-Teilnehmenden bereits mit dem Titel ihres Beitrags: „Peter, Thomas, Klaus & ich. Junge Frauen im Software Business“

Mehr als berechtigt wirft sie Fragen auf: Warum sind Frauen nach wie vor so unterrepräsentiert in der IT-Branche? Was kann Abhilfe schaffen?

Fredi spannt den Bogen beginnend mit einem Blick ins Gestern. Historisch gewachsen und sich wahrlich hartnäckig haltend, prägen uns verschiedene patriarchale Strukturen bis heute. Frauen mussten sich ihre immer Rechte erkämpfen, so durften noch bis 1977 Frauen per Gesetz nur dann erwerbstätig sein, wenn es mit den ehelichen und familiären Pflichten vereinbar war. Folglich lasten Gewohnheitseffekte stark auf uns, viele Handlungen und Verhaltensweisen wurden in der Vergangenheit viel zu wenig hinterfragt, und nach wie vor machen wir sie uns viel zu selten bewusst.

Als Beispiel zieht Fredi hier unter anderem frĂĽhkindliche Erziehung nach Rollenklischees heran, die sich erst sukzessive zu verflĂĽchtigen scheint. Gender Bias in Wissenschaft und Gesellschaft wirken fort, wir finden uns wieder in einer Welt mit Gender-Pay-Gap und gerade mal 13,3% Frauen in IT-FĂĽhrungspositionen in der Bunderepublik im Jahr 2020.

Frederike bemängelt, dass das Attribut „Leistungsträger“ nach wie vor eher Männern zugeschrieben und die neue Kollegin immer noch argwöhnisch angeschaut wird, wenn sie ihre Karriereambitionen selbstbewusst und offensiv erklärt. Unbewusste geschlechtsbezogene Vor- und Nachteile aufgrund biologischer Unterschiede sind gegeben und vielleicht nicht der größte Blocker, tragen aber dennoch zu stereotypen Erwartungen bei und nähren Vorurteile. Dass dann Maßnahmen zu mehr Gleichberechtigung oft ins Lächerliche gezogen werden, am Küchentisch ebenso wie im Bundestag, lässt einen eher sprachlos zurück. Aber: Im Schweigen zu verharren ist hier ganz sicher nicht die Lösung.

Auch Frederike gibt ihren Zuhörer*innen Tipps an die Hand:
„Positioniert euch“, sagt sie, „geht in Unternehmen, denen Diversität wichtig ist. Das bewirkt Umdenken. Und: Network, Network, Network! Sprecht drüber, gerade in IT-nahen Branchen. Seid da und seid sichtbar, zeigt euch und eure Meinung, steht zu eurer Leistung und geht mit gutem Beispiel voran. Sucht euch inspirierende Leute und brecht aus gelernten Strukturen aus. Diversität macht uns groß, vielfältig und in Summe besser.“

Postkarte Workshop Design auf dem Tech Camp 2023

Zur gleichen Zeit auf einer anderen BĂĽhne.
„Intuitive Interactive Workshop Design“ – der Name war Programm im Vortrag von Caroline Starnitzky, Digital Transformation Consultant und Alexander Clausius, Lead “Digital Products”. Mit 5+1 Tipps, wie aus einem schlechten Meeting ein richtig guter Workshop wird, begeistern die beiden eine volle Location und können auch über die Redezeit hinaus kaum aufhören, sich mit den Zuhörer*innen auszutauschen. Die Tipps decken ein gut durchgeplantes Meeting voll ab: Von der Wichtigkeit, schon ganz zu Anfang eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu schaffen, damit auch alle Anwesenden tatsächlich über das gleiche Reden. Über die Tatsache, dass das menschliche Hirn visuelle Stützen wie Bilder viel besser behalten und verarbeiten kann als Texte. Bis hin zu dem Leitsatz „Start Strong, End Stronger“, der daran erinnert, dass die Methode von vorne bis hinten durchdacht sein sollte, ehe am Ende eines langen Workshops doch die Langeweile einschwappt. Ihre eigenen Tipps befolgend, haben die beiden in ihrem Workshop das Energielevel nicht schleifen lassen und zum Schluss allen Teilnehmenden noch eine Postkarte mit den wichtigsten Tipps visualisiert in die Hand gedrückt. Haben wir ja gelernt: so bleibt das Gehörte besser im Kopf.

Auf den spannenden Vortrag „BÄM! A.I.! - Chancen, Potenziale, Herausforderungen mit A.I.“ unseres Kollegen Mattias Haase, SEO Consultant bei der Tallence, mussten die techcamp-Gäste am Ende leider krankheitsbedingt verzichten – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir sind schon ganz gespannt, wann wir Matthias wieder auf einer Bühne sehen! Bis dahin erstmal gute Besserung!

So unterschiedlich die Themen, so vielseitig die Speaker*innen - der Applaus des Auditoriums, die interessierten Fragen und engagierten Gespräche im Nachgang waren Indiz dafür, dass die Tallence Expert*innen mit der Themenauswahl ihrer Vorträge genau richtig lagen.

Wir freuen uns ĂĽber den starken Austausch, die vielen spannenden Begegnungen und vor allem jetzt schon auf das Wiedersehen beim techcamp 2024!